Festplatten im Fokus: Energiespar-Speicherriesen von Samsung und WD

Samsung und Western Digital bieten jeweils eine, deren Vertreter auf Energieffizienz getrimmt sind. Die Laufwerke sollen deshalb leiser arbeiten als Standardgeräte, dabei weniger Wärme produzieren und trotz „grüner“ Spezialisierung durchwegs flott unterwegs sein. Western Digital führt seine Energiespar-Laufwerke unter der Bezeichnung Caviar Green, bei Samsung heißt die Serie EcoGreen.

Niedrige Drehzahl, hoher Energiespar-Effekt

Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal gegenüber herkömmlichen Laufwerken ist die reduzierte Drehzahl: Die Energiespar-Festplatten setzen nicht auf die klassentypischen 7.200 U/Min, sondern arbeiten mit 5.400 U/Min, was in einer geringeren Leistungsaufnahme resultiert. Primäres Einsatzgebiet der „grünen“ Laufwerke sind PC-Umgebungen, in denen ein möglichst geräuscharmer und kühler Betrieb gefragt ist. Die Energiespar-Laufwerke machen sich deshalb vor allem in heimischen Rechnern gut und lohnen sich zudem für Festplatten-Receiver oder NAS-Systeme, die nicht nur im Serverraum, sondern auch auf dem Schreibtisch eine akustisch gute Figur machen sollen.

Im Test: Samsung Spinpoint F4EG HD204UI und Western Digital WD20EARS

Wir haben zwei aktuelle Vertreter der Energiespar-Festplatten unter die Lupe genommen: Mit der Samsung Spinpoint F4EG HD204UI und Western Digital WD20EARS gehen zwei 3,5“-Festplatten ins Rennen, die über jeweils 2 TB Kapazität verfügen. Abgesehen vom Stromspar-Etikett und der reduzierten Drehzahl lesen sich die technischen Daten wie die gewöhnlicher Festplatten: So gehört zum Beispiel ein SATA/300-Anschlusebenso zur Standardausstattung wie Native Command Queueing (NCQ) oder ein mindestens 32 MB großer Cache.

2 TB, 3 Platter, 4 KB große Sektoren

Weil sich allein durch eine reduzierte Drehzahl noch kein Blumentopf gewinnen lässt, setzen beide Laufwerke auf weitere Trumpfkarten. Um die Leistung konkurrenzwürdig zu halten, haben Samsung und WD den Testkandidaten eine hohe Speicherdichte von 667 GB pro Platter spendiert. Beide Laufwerke kommen daher mit nur drei Magnetscheiben aus. Damit können sie pro Umdrehung mehr Daten auslesen oder schreiben als gleich schnell drehende Festplatten, die ihre Bits und Bytes weniger kompakt anordnen. Western Digital zeigt übrigens, dass sich die Speicherdichte noch weiter steigern lässt: Die WD30EZRS ist die erste erhältliche 3-TB-Festplatte und speichert satte 750 GB pro Platter. Wir haben den Speicherriesen bereits getestet.

Mehr Speicherplatz mit Advanced Format

Um die hohe Speicherdichte zu erreichen, nutzen Samsungs Spinpoint F4EG HD204UI und die Western Digital WD20EARS das so genannte Advanced Format (AF). Das setzt auf Sektoren mit 4.096 statt 512 Byte Nutzdaten, wodurch sich die verfügbare Kapazität erhöht. Der Grund: Jeder Sektor einer Festplatte steckt zwischen Datenblöcken mit Synchronisierungs- und Fehlerkorrektur-Informationen (ECC) und ist obendrein noch durch eine Toleranzzone von benachbarten Sektoren getrennt. Mit AF lassen sich pro 4.096-Byte-Abschnitt acht dieser Bereiche einsparen, wobei die ECC-Blöcke den größten Teil davon ausmachen. Insgesamt erhöht sich die verfügbare Speicherkapazität durch das AF laut Herstellerangaben um 7 bis 11 Prozent.

Das Advanced Format sorgt indes nicht nur für Freude. Zwar sind Nutzer von Windows Vista und 7 fein heraus, weil die beiden Betriebssystem-Versionen die größeren Sektoren automatisch unterstützen. Bei einem älteren Betriebssystem wie Windows XP können die 4-KB-Sektoren aber zu Leistungseinbußen führen, wie sich im Test zeigt. Solchen Inkompatibitäten begegnen die Hersteller mit unterschiedlichen Anzätzen.

AF-Hilfsmittel für Betriebssysteme

Bei Western Digital sorgt das Hilfsprogramm WD Align Tool für die passende Sektorierung. Wer die Festplatte unter Windows XP mit nur einer einzigen Partition betreiben will, kann alternativ einen Jumper auf dem WD-Laufwerk umsetzen. Samsung verzichtet auf Hilfsmittel oder Zusatzprogramme und greift dafür zu einem Trick. Die HD204UI verwendet eine 512-KB-Sektor-Emulation, damit auch ältere Betriebssysteme das Laufwerk problemlos einsetzen können.

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