Fermi schlägt Fermi: GF110 alias GeForce GTX 580 im Test

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Es wäre naiv zu glauben, dass Nvidia mit der Vorstellung der GeForce GTX 480 zufrieden gewesen wäre. Niemand entwickelt eine GPU mit 512 Shader-Kernen, stellt dann eine Flaggschiff-Karte vor, bei der einige dieser Kerne deaktiviert worden sind, und behauptet dann, das sei alles volle Absicht. Nichtsdestoweniger war selbst die zurechtgestutzte GF100-GPU schnell genug, um AMDs Radeon HD 5870 die Performance-Krone abzujagen und im Ranking der schnellsten Single-GPU-Karten auf Platz zwei zu verweisen. Tatsächlich war die Performance der GeForce GTX 480 gar nicht mal schlecht.

Anders sah es aber bei der Wärme- oder besser Hitzeentwicklung aus, die dem einen oder anderen Tester Brandblasen an den Fingern bescherte und den GF100-Karten den Spitznamen „Thermi“ einbrachte. Unschöner Nebeneffekt der hohen Abwärme war auch eine hohe Lautstärke unter Volllast, wenn der Radiallüfter sich voll ins Zeug legte, um die GPU vor dem Hitzschlag zu bewahren. Außerdem mussten zwischen zwei GTX 480 im SLI-Verbund mindestens drei Erweiterungsplätze frei bleiben, um für ausreichende Luftzufuhr zu sorgen. Tatsächlich war diese Situation so brenzlig, dass Nvidia sich gezwungen sah, eine Liste mit Mainboards und Gehäusen herauszugeben, die die Eigenheiten der Karte verkraften konnten. So kam es, dass die GTX 480 gleichzeitig die schnellste Single-GPU-Karte der Welt und ein Außenseiter wurde. Es war zwar nicht so schlimm wie damals bei der alten GeForce FX 5800, aber an Spott mangelte es Nvidia auch dieses Mal nicht.

GF110 - ein enger Verwandter des GF100.GF110 – ein enger Verwandter des GF100.

Nur wenigen war bewusst, dass Nvidia zum Zeitpunkt des GTX-480-Launchs bereits an einem Nachfolger arbeite, einer GPU mit der Bezeichnung GF110. Der Tape-Out für diesen Chip fand bereits im Mai statt, was die Einführung zum jetzigen Zeitpunkt möglich machte. Man kann diese GPU auch eine fehlerbereinigte GF100-GPU nennen, die gut kalkuliert jetzt vorgestellt wird, um AMDs kommendem Cayman das Rampenlicht zu stehlen. Dem Gamer sind solche Sticheleien aber egal. Was bei diesem Publikum wirklich zählt, sind vor allem die Punkte Performance, Preis, Features und Verfügbarkeit sowie die Konkurrenzsituation.

Die Performance werden wir im Laufe der nächsten Seiten genauer unter die Lupe nehmen. Den Preis gibt Nvidia vor und peilt 500 US-Dollar an, was genau dem aktuellen offiziellen Preisschild der GeForce GTX 480 entspricht – auch wenn die Straßenpreise anders aussehen (derzeit ab ca. 340 Euro). Bei den Features gibt es eigentlich wenig Neues zu berichten, denn wie ein Blick auf die technischen Daten zeigt, hat die neue Karte sehr viel mit der GTX 480 gemein. Was ist mit der Verfügbarkeit? Auf unsere Anfragen bestätigten uns mehrere Nvidia-Boardpartner, dass die Verfügbarkeit der GTX 580 zum Marktstart weit besser sein wird als bei der GTX 480 – auch wenn es diverse Gerüchte gibt, die das Gegenteil behaupten. Firmen, die beim letzten Launch nur 70 oder 80 Karten bekamen, sollen dieses Mal hunderte zur Verfügung haben. Wer also gleich nach dem Launch zuschlagen möchte, sollte auch eine Karte im Handel finden können.

Und wie sieht es bei der Konkurrenz aus? Eine Radeon HD 5870 kann man inzwischen bereits für ca. 260 Euro versandbereit finden. Die große Schwester HD 5970 gibt es ab ca. 470-480 Euro aufwärts. Es ist auch kein großes Geheimnis, dass AMD in Kürze die neuen Chips Cayman und Antilles vorstellen wird, doch schweigt man sich beim roten Team noch zu den neuen Boards, ihrer Performance und vor allem ihrer Verfügbarkeit aus, womit uns sämtliche Anhaltspunkte für einen Vergleich fehlen. Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass sie kommen werden, und zwar schon recht bald. Vorerst bleiben aber die Radeon HD 5870 und HD 5970 unsere Vergleichskarten.

Die GeForce GTX 580 ist hier

Mit der heutigen Vorstellung bringt Nvidia ein neues Flaggschiff auf den Markt, ohne die aktuelle Performance-Hierarchie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Vielmehr vergrößert die schnellste Single-GPU-Karte, die Nvidia nun aufzubieten hat, den Abstand zu ihrem Pendant bei AMD, kann aber im Allgemeinen nicht an der schnellsten derzeit verfügbaren Grafikkarte vorbeiziehen, nämlich AMDs Radeon HD 5970.

So scheint es, als sei die GeForce GTX 580 eigentlich die Fermi-Karte, die Anfang des Jahres hätte starten sollen. Immerhin ist sie jetzt da und ist ein weit ansprechenderes Produkt als ihre Vorgängerin. Die GF110-GPU ist unter Volllast zwar immer noch heiß und stromhungrig, bietet aber ein deutliches Performance-Plus gegenüber dem GF100-Chip, womit man ihr diese Schwächen leichter Verzeihen kann.

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