Netzteile bis 50 Euro für Auf- und Umrüster, Teil 2

Nachdem wir uns in den ersten beiden Netzteiltests des Jahres mit den teureren Mittel- und Oberklasse-Modellen beschäftigt hatten, drehte sich im vergangenen Test alles um günstige Stromspender mit einem Straßenpreis von rund 50 Euro. Diese Netzteile machen einen Großteil des gesamten Marktes aus, da sie häufig als Ersatz für defekte Geräte oder für Um- und Aufrüstaktionen eingesetzt werden. Gegenüber den oft in Fertig-PCs verbauten Billignetzteilen wartet die 50-Euro-Klasse vielfach schon mit Eigenschaften wie hoher Effizienz, großen und leisen Lüftern sowie sinnvollen Kabellängen und einer Vielzahl an Anschlüssen auf. Dennoch können die Hersteller in diesem Segment noch nicht aus dem Vollen schöpfen, sodass doch hie und da der Rotstift sichtbar wird.


Das Angebot an Netzteilen für rund 50 Euro ist kaum überschaubar. Entsprechend hoch ist die Anzahl der Testgeräte, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt worden sind. Im vergangenen Test hatten wir bereits vier Modelle eingehend untersucht. Dabei war der fünfte Testkandidat, das Netzteil von AXP, schon beim Warmlaufen spektakulär in Rauch aufgegangen. Aufgrund dieses vermeintlichen Ausrutschers und der Tatsache, dass noch ein paar Nachzügler eintrafen, haben wir uns entschlossen, eine zweite Runde mit 50-Euro-Netzteilen einzuläuten.

Mit von der Partie sind diesmal neben einem neuen AXP 500P12P das Antec EA-380D Green, das Chieftec BPS-450S und das Enermax Pro 82+ II. Die Leistung reicht von 380 bis 500 Watt, drei der Geräte ziert zudem das begehrte 80 PLUS Logo in der Bronze-Ausführung. Um diese Zertifizierung zu erhalten, müssen die Netzteile bei 115 Volt Spannung mindestens folgende Wirkungsgrade erreichen: 82 % bei 20 % der Maximalleistung, 85 % bei 50 % der Maximalleistung, 82 % bei 100 % der Maximalleistung. Das AXP Netzteil ist lediglich für den Betrieb bei 230 Volt Spannung ausgelegt und kann daher per se nicht mit einem 80 PLUS Logo aufwarten.

Ob sich das AXP Netzteil dennoch gegen die 80 PLUS Konkurrenz behauptet kann, konnten wir jedoch auch diesmal nicht in Erfahrung bringen. Wie schon im vergangenen Test überlebte das Netzteil schon die Warmlaufphase nicht. Bei etwa 420 Watt – es handelt sich wohlgemerkt um ein 500-Watt-Netzteil – fielen plötzlich einzelne Spannungen rapide ab, das Netzteil knallte mehrfach, sprühte Funken und ging letztendlich in Rauch auf. Das Netzteil ließ sich danach nicht mehr in Betrieb nehmen, und es „riecht“ auch stark nach Strom. Dieses Video dokumentiert den Ausfall des Netzteils eindrucksvoll.

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