Intels Core i5-661: Clarkdale kommt, Core 2 darf gehen

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Vor vier Monaten bezeichneten wir Intels Lynnfield-Design als das Magnum Opus der Chipschmiede. Speziell der Core i5-750 entwickelte sich zu einem unserer Lieblingsprozessoren, weil er gute Performance mit hohem Übertaktungspotential kombiniert und dabei dank einem Preisschild von um die 200 US-Dollar (ca. 155 Euro) auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis eine gute Figur macht.

Doch kann man in der 200-Dollar-Preisklasse eigentlich von einem Mainstream-Produkt sprechen? Immerhin gibt es zahlreiche andere Modelle – nicht zuletzt von AMD – die in den Segmenten bis 100 bzw. 150 Dollar zu finden sind und trotz ihres moderaten Preises solide Performance bieten. Beides stimmt und stellt keinen Widerspruch dar: Wir können einerseits an unserer Empfehlung des Core i5-750 festhalten und gleichzeitig anerkennen, dass die preiswerteren Core 2 Quads, die X3- und X4-Reihen des Athlon II nach wie vor eine attraktive Wahl darstellen.

Genau dieses Segment nimmt Intel mit seinen ersten in 32 nm gefertigten CPUs ins Visier, die der Westmere-Generation angehören und den Codenamen Clarkdale tragen. Insgesamt wird es sechs neue Desktop-Prozessoren mit Clarkdale-Kern geben, die sich im Preisbereich zwischen 113 und 284 US-Dollar tummeln werden. Die Preisschlacht fängt aber schon darunter an: Für nur 99 Dollar (etwa 76 Euro) kann man immerhin schon einen Athlon II X4 620 kaufen, der über vier Kerne verfügt und mit 2,6 GHz läuft. So muss man sich auf den ersten Blick wundern, dass Intel in diesem hart umkämpften Segment ausgerechnet mit einer neuen Prozessorfamilie mitmischen will, die ausschließlich aus Doppelkern-CPUs besteht.

Auf den zweiten Blick sind die Dinge dann allerdings nicht ganz so simpel. Bei AMD weiß man, was man bekommt. Das derzeitige Prozessor-Flaggschiff Phenom II X4 965 Black Edition läuft beispielsweise unter Last immer mit maximal 3,4 GHz und produziert dabei bis zu 125 Watt an Abwärme. Sein monolithischer Die besteht aus vier Kernen, die jeweils über 512 KB L2-Cache verfügen und sich 6 MB L3-Cache teilen.

Anders ist es bei Intel. Es stimmt zwar, dass die Clarkdales Dual-Core-CPUs sind, aber sie beherrschen auch Hyper-Threading und verfügen über Turbo Boost und 4 MB L3-Cache, den sich die Kerne Teilen. Außerdem sitzt auf dem Prozessorträger noch eine zweite Komponente, die in 45 nm gefertigt wird und die Betrachtung der Performance aus mehreren Gründen erschwert. Auf die wollen wird aber erst ein wenig später zu sprechen kommen.

Intels Namensgebung: Alle Klarheiten beseitigt?

Bevor wir zu den technischen Details der neuen Clarkdale-CPUs kommen, möchten wir noch ein paar Worte über die sechs neuen Desktop-Modelle verlieren, die Intel heute vorstellt. Konkret gibt es ab heute vier neue Core-i5-CPUs und zwei Core-i3-Prozessoren. Darüber hinaus wird noch ein siebter Prozessor mit Namen Pentium G9650 eingeführt, den Intels Pressemappe nicht näher beschreibt, der wohl aber vor allem für die OEMs gedacht ist.

Sieben neue CPUs in zwei Produktfamilien. Alles klar. Soweit, so gut. Blicken wir kurz auf Intels derzeitiges Portfolio, erscheint die Namensgebung aber alles andere als klar und verständlich. Hier finden wir:

den Core i7 für LGA 1366; den Core i7 für LGA 1156; den Core i5 für LGA 1156 mit Lynnfield-Kern; den Core i5 für LGA 1156 mit Clarkdale-Kern; einen Clarkdale-Prozessor, der Core i3 heißt; einen Clarkdale-Prozessor, der Pentium heißt; einen Wolfdale-Prozessor, der Pentium heißt. Ein sauberes Namensschema sieht anders aus.

Auf irgendeinem Marketing-Whiteboard muss diese Namensgebung wohl wie eine gute Möglichkeit ausgesehen haben, Kunden, die den Unterschied zwischen Pentium und Podium nicht kennen und einfach ein fertig konfiguriertes System kaufen wollen, die Kaufentscheidung zu erleichtern. All die Bastler und Schrauber, die sich ihre Systeme lieber selbst zusammenstellen, müssen sich nun aber durch ein Gewirr von Namen schlagen, die für sich allein genommen wenig bis nichts bedeuten. Um wenigstens eine kleine Orientierungshilfe geben zu können, haben wir in der untenstehenden Tabelle alle aktuellen CPUs der Nehalem- und Westmere-Familien mit ihren jeweiligen Merkmalen aufgeführt.

Intels Nehalem- und Westmere-Familien für Q1/2010
Modell Codename Taktfrequenz Max. Turbo HT Kerne/Threads TDP Preis
Core i7-975 Extreme Bloomfield 3,33 GHz 3,6 GHz ja 4/8 130W $999
Core i7-950 Bloomfield 3,06 GHz 3,33 GHz ja 4/8 130W $562
Core i7-920 Bloomfield 2,66 GHz 2,93 GHz ja 4/8 130W $284
Core i7-870 Lynnfield 2,93 GHz 3,6 GHz ja 4/8 95W $562
Core i7-860 Lynnfield 2,8 GHz 3,46 GHz ja 4/8 95W $284
Core i5-750 Lynnfield 2,66 GHz 3,2 GHz nein 4/4 95W $196
Core i5-670 Clarkdale 3,46 GHz 3,73 GHz ja 2/4 73W $284
Core i5-661 Clarkdale 3,33 GHz 3,6 GHz ja 2/4 87W $196
Core i5-660 Clarkdale 3,33 GHz 3,6 GHz ja 2/4 73W $196
Core i5-650 Clarkdale 3,2 GHz 3,46 GHz ja 2/4 73W $176
Core i3-540 Clarkdale 3,06 GHz n.v. ja 2/4 73W $133
Core i3-530 Clarkdale 2,93 GHz n.v. ja 2/4 73W $133
Pentium G6950 Clarkdale 2,8 GHz n.v. nein 2/2 73W
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