Shuttle XS29F: Reicht VIAs Nano für den Desktop?

Als Shuttle vor einigen Monaten das XS29F ankündigte, hieß es, dass damit ein komplett lautloser Mini-PC den Desktop ermöglicht würde. Alternativ könne der Kleinst-PC natürlich auch als Zentrum eines Media Centers oder als Netzwerk-PC dienen.

Bemerkenswert daran war allerdings, dass diese Aussagen nicht von Shuttle kamen, sondern vielmehr von den Mini-ITX-Fans und VIA-Anhängern. Der Hersteller selbst veröffentlichte nur eine kurze Liste der technischen Daten, aus der hervorging, dass dieser Nettop-Computer, also das Desktop-Äquivalent zum Netbook, um VIAs Nano U1700 herum gebaut werden würde.

Geht es um mobile Rechner, impliziert der Begriff Netbook ein stark vereinfachtes Notebook, das mit dem ausdrücklichen Zweck entwickelt und gebaut wurde, als Internet-Terminal zu fungieren, und nicht viel mehr. Shuttle folgt demselben Ansatz  und nutzt in seinem winzigen und komplett lüfterlosen Barebone XS29F einen stromsparenden Prozessor mit vergleichsweise geringer Leistung. Verbaut man anstelle einer konventionellen Notebook-Festplatte eine Solid State Drive (SSD), lässt sich ein komplett lautloses und kleines System zusammenstellen, dass in Umgebungen wie Bibliotheken, Krankenhäusern oder Tonstudios eingesetzt werden kann, wo jede Art von Geräusch nur stört.

Shuttle hat sich inzwischen entschieden, den XS29F nicht auf den Markt zu bringen. Dennoch gelang es uns, ein Vorserienmodell zu bekommen. Was also eigentlich als Test zweier Geschwister geplant war, stellt nun stattdessen einen akademischen Vergleich zweier Plattformen dar, die soweit wie möglich identische Komponenten einsetzen. Im Mobilbereich haben wir einen ähnlichen Vergleich bereits im Artikel Samsung NC20 mit VIA Nano CPU: Attacke gegen Intels Atom? durchführen können.

Uns interessiert natürlich vorrangig, wie sich das lautlose Shuttle im Vergleich zu seinem Atom-betriebenen Schwestermodell X27D schlägt, in dem ein Atom 330 mit zwei Kernen steckt. Wie sich der Atom-Doppelkern schlägt, wissen wir bereits. Die Frage ist: Kann der Nano U1700 mithalten? Und, viel wichtiger, ist er schnell genug für die alltäglichen Aufgaben eines Arbeits-PCs wie Korrespondenz, Textverarbeitung und Internet?

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