ATI Radeon 5870: DirectX 11, Eyefinity und jede Menge Power

Fast hätte dieser Artikel den Titel »Radeon HD 5870 – ATi lernt aus Nvidias Fehlern« getragen. Das schien uns dann aber doch ein wenig unfair als Einstieg in ein Review. Dennoch möchten wir diesen Gedankengang ein wenig erklären. Als Nvidia vor über einem Jahr die GeForce GTX 260 und GTX 280 vorstellte, wusste die Firma, dass sie die schnellsten Grafikkarten auf dem Markt hatte. Dementsprechend traute man sich auch, dafür einen gewissen Aufpreis zu verlangen: Die GTX 280 kostete bei ihrer Einführung satte 650 US-Dollar.

Für Nvidia muss es demnach ein herber Schlag gewesen sein, als ATi nur wenige Wochen später die Radeon HD 4870 aus dem Hut zauberte, die Nvidias 400 Dollar teure GTX 260 zu einem Preis 300 Dollar in die Schranken wies. ATi hatte Nvidia zwar nicht die Performance-Krone abjagen können – mit der GTX 280 hatte die Firma ja noch die schnellste Karte, die man zu der Zeit bekommen konnte – doch die Enthusiasten, und zwar speziell diejenigen, die eins der neuen GTX-200-Boards gekauft hatten, fühlten sich über den Tisch gezogen, als Nvidia die Kartenpreise an die neue Konkurrenzsituation anpasste. Um mit einer großen GPU auch große Gewinne zu machen, war die Strategie gut. Der Kundenzufriedenheit und Markentreue dürfte das Verhalten jedoch nicht wirklich zuträglich gewesen sein.

Ohne hier schon zu viel verraten zu wollen: Wie es scheint, hat ATi vom Fauxpas der Konkurrenz gelernt. Die Kanadier stellen heute ihr neues Flaggschiff zu einem Preis von unter 400 US-Dollar vor und stellen ihm eine etwas schwächere Variante zur Seite, die zwar auf derselben Architektur basiert, aber nur 259 Dollar kosten soll. Das ist zwar immer noch eine Stange Geld, aber das Duo hat auch die GeForce GTX 295 beziehungsweise die GeForce GTS 285 im Visier. Können ATis neue Karten tatsächlich die beiden schnellsten Nvidia-Boards schlagen, und noch dazu zu einem niedrigeren Preis?

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