Nvidia Ion wird zur Atom-Bombe

Als Intel vor einem Jahr den Atom-Prozessor einführte, zeigte sich die Wirtschaftspresse entzückt. Endlich gab eine leistungsfähige Billig-CPU für Billig-PCs. Andere spotteten. Das geübte Techniker-Auge entdeckte noch am ersten Tag das Dilemma auf den vorgestellten Referenzplattformen: Warum war die CPU so klitzeklein und der Chipsatz daneben so riesig? Das Studium der Spezifikationen brachte es an den Tag: Während die Atom-CPU dank 45 Nanometer-Technologie einen lobenswerten Leistungsbedarf im einstelligen Wattbereich aufweist, verbraucht der dafür nötige 945-Chipsatz ein Vielfaches davon. Ursache: alte 130 Nanometer-Strukturen. Die Gesamtbilanz des Leistungsbedarfs sorgte deshalb nicht für Begeisterung. Zudem steckte im Chipsatz alte Technik mit schwacher Grafik.

Da sich an diesem Dilemma bis heute noch nichts geändert hat, wundern wir uns nicht, dass Mitbewerber wie Nvidia die Initiative ergreifen. Für den Atom-Prozessor gibt es jetzt eine Alternative: die Ion-Plattform nicht größer als eine Zigarettenschachtel. In ihr steckt ein stromsparender 65-nm-Chipsatz, der eine recht moderne Grafik – die GeForce 9400M – integriert und kompatibel zur Intel Atom CPU ist. Nvidia rührt nun die Werbetrommel: Auf der Ion-Plattform ist die Wiedergabe von Blu-ray Disc in Full-HD (1080p) möglich. Zudem kommt der Gelegenheitsspieler auf seine Kosten. Intel hingegen bietet lediglich dröge Office-Tauglichkeit. Ist das nicht zuviel des Guten? Ein Konkurrent will besser sein als Intel selbst?

In diesem Test untersuchen wir, ob Nvdia Recht hat. Wir vergleichen die neue Ion-Plattform mit der Intel-Referenzlösung und messen Office-, Spiele- und Video-Performance. Zudem untersuchen wir den Strombedarf beider Atom-230-Systeme.

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